Hydrometrie im Kanton Tessin

Salvetti, Andrea and Pozzoni, Maurizio and De Bernardi, Sergio and Rioggi, Stefano (2013) Hydrometrie im Kanton Tessin. In: Wasserressourcen im globalen Wandel Hydrologische Grundlagen – von der Messung zur Anwendung Tag der Hydrologie 2013, 4. – 6. April 2013, Bern.

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Abstract

Die hydrometrischen Messungen im Kanton Tessin begannen mit der Pionierarbeit von Professor F. Gygax der Universität Bern in den fünfziger Jahren. Diese Aktivitäten dienten als Grundlage dafür, die stetig steigenden Anforderungen an Informationen über die Wasserresourcen zu erfüllen. Zu dieser Zeit begann nämlich die intensive Wassernutzung für die Energieerzeugung, Trinkwasserversorgung und für Industriezwecke. Vor allem die Dimensionierung der grössten Staudämme im Maggiatal, Bleniotal und Leventina verlangte nach einer guten hydrologischen Datenbasis. Unter Berücksichtigung dieser Ausgangslage traf die kantonale Sektion Wasserwirtschaft in den siebziger Jahren eine Auswahl von geeigneten Abflussmessstandorten, wobei die Lage der bestehenden Abflussmessstationen des BAFU (Landeshydrologie) berücksichtigt wurde. Neben den hydrometrischen Messstationen wurde auch ein kantonales meteorologisches Netz aufgebaut, mit dem Niederschlag, Lufttemperatur und –feuchtigkeit gemessen werden. Zur Zeit obliegt die Koordination und die Überwachung des Netzes dem kantonalen Wasserbauamt, der Unterhalt dem Istituto Scienze della Terra (SUPSI), der Fachhochschule der italienischen Schweiz. Eine hohe Qualität und Zuverlässigkeit der hydrometrischen Daten wurde während der Jahre durch häufige und präzise Abflussmessungen gewährleistet, welche mit Flügel und Leitfähigkeitsmessmethoden durchgeführt wurden. Besondere Beachtung wurden den Stationen geschenkt, wo die geomorphologischen Eigenschaften im Einzugsgebiet eine hohe Variabilität des Messquerschnitts verursachen. Über 1850 Eichmessungen des Abflusses sind in einer Datenbank gespeichert und erlauben eine präzise Abschätzung der P-Q Beziehungen bei den Messstationen. Seit 1979 werden alle gemessenen Niederschlags- und Abflussdaten im kantonalen hydrologischen Jahrbuch veröffentlicht. Diese Publikation wurde im Jahr 2000 neu gestaltet und inhaltlich stark erweitert, mit neuen statistischen Analysen und einer Auswertung des hydrologischen Jahres. Ebenfalls seit 2000 wurde das Netz einer Erneuerung unterzogen, mit der Installation von neuen Messgeräten bei den alten Messstationen und der Erweiterung des Netzes mit neuen Messpunkten. Im Jahr 2012 bestand das kantonale Netz aus 25 Meteostationen und 20 Abflussstationen, einige davon dienen der Kontrolle der Dotierwassermenge unterhalb von Wasserfassungen. Die Daten der Mehrheit der Stationen werden in Echtzeit abgerufen und zur Verfügung gestellt. Dafür wurde einerseits ein Standard-Web-Dienst (SOS, Sensor Observation Service) geschaffen, andererseits werden alle gemessen Daten durch den SOS Web-Dienst in der kantonalen Datenbank OASI gespeichert. In dieser Datenbank wird eine standardisierte und hochleistungsfähige Qualitätskontrolle der Daten durchgeführt. Schliesslich werden die Daten in Echtzeit als Graphik und Tabellen auf der Internetseite der kantonalen Verwaltung veröffentlicht.

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